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Antifaschistischer Infostand in Wolfenbüttel
Dienstag, 5. September 2006

Samstag - 09.09.06 - 12 Uhr

Krambuden 10 (bei Karstadt) - WF


Aufruf der Jugend Antifa Wolfenbüttel [JAW]:

In den letzten Monaten ist es in Wolfenbüttel wieder verstärkt zu Übergriffen und Provokationen von Nazis gegen MigrantInnen, Punks und alternative Jugendliche gekommen. Dabei sind bereits mehrere Menschen verletzt worden und mussten zum Teil im Krankenhaus behandelt werden. Vor kurzem wurden dann eine Moschee, ein Imbiss und der Anatolische Kulturverein mit antisemitischen und rassistischen Parolen beschmiert. Wir werden dem Nazi-Terror unseren entschlossenen Widerstand entgegensetzen und laden alle Interessierten ein, sich am 09.09.2006 in der Wolfenbütteler Innenstadt an unserem Infostand über die Vorkommnisse zu informieren.

Nicht nur in Wolfenbüttel...

Zunehmende Naziaktivitäten ließen oder lassen sich in der gesamten Region beobachten. Bereits 2004 versuchten Nazis in Wolfenbüttel Fuß zu fassen, scheiterten damals aber am antifaschistischen Widerstand. Genauso verhielt es sich im Frühjahr 2005 in Gifhorn, wo Nazis versuchten mit Gewalt den öffentlichen Raum einzunehmen. Und in den ersten Monaten dieses Jahres konnten die Nazis (erneut) in Braunschweig zurückgedrängt werden. War es zu dieser Zeit in Wolfenbüttel weitestgehend ruhig geblieben (Von den üblichen Übergriffen nach Eintracht- Spielen, auf dem Heimweg, z.B. in den Bussen, mal abgesehen.), versuchen sie sich nun erneut in Wolfenbüttel zu etablieren. Was sich Ende 2005 bereits mit einem Angriffsversuch auf ein alternatives Konzert im „Kult“ ankündigte, erreichte seinen Höhepunkt nun im August dieses Jahres. So kam es seit dem immer wieder zu Übergriffen, wurden faschistische Aufkleber verklebt und Gebäude im Stadtbereich beschmiert.

Eine friedliche Einkaufsstadt?

Die Behörden und Medien sind bemüht, die Vorkommnisse herunterzuspielen oder zu verharmlosen. Zwar konnten sie die Nazi-Schmierereien nicht vertuschen, da sie für jeden zu sehen waren. Doch die Übergriffe sind bisher zum großen Teil nur den Betroffenen und antifaschistisch Interessierten bekannt. Nazi- Angriffe wurden bisher immer auf unpolitische Schlägereien und Auseinandersetzungen zwischen „irgendwelchen“ Jugendlichen reduziert. So muss sich die Öffentlichkeit nicht mit der traurigen Tatsache herumschlagen, dass in Wolfenbüttel die Nazis ihren Terror verbreiten. Außerdem können die so vermiedenen schlechten Schlagzeilen dem Image als „weltoffene, romantische Einkaufsstadt“ und „Stadt Lessings“ nicht schaden. Gerade wo erst kürzlich die Einweihung des neuen jüdischen Denkmals stattgefunden hat. Doch auch vertuschte Fakten bleiben immer noch Fakten. Die Aktivitäten, Strukturen und Anhänger der Nazis müssen einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, um wirksamen Widerstand entfalten zu können. Offensichtlich ist dies eine Aufgabe die uns alle angeht und bei der wir uns nicht auf Medien und Staat verlassen können.

Know your Enemy...

In der ganzen Region um Wolfenbüttel gibt es faschistische Organisierungsansätze. Neben der NPD, die angekündigt hatte, vor Ort einen sehr aktiven Wahlkampf zu führen, existieren zahlreiche Kameradschaften und Cliquen. Gerade in provinziellen Gegenden und Kleinstädten treffen sie in der Regel auf wenig Widerstand. Inhaltlich verstehen sie sich nicht selten als „Autonome Nationalisten“. Eine Strömung, die krampfhaft versucht, einen ehemals linksautonomen Lebens- und Politikstil mit ihren eigenen menschenverachtenden Inhalten zu verbinden. Dazu gehört ein Wandel im Aussehen der Nazis. Weg vom klischeehaften Nazi- Skinhead hin zum schwarzgekleideten oder unauffälligen Mitbürger. Offen zur Schau getragene Nazi-Symbole sind eher selten. Anziehender ist es geworden, „geheime“ Zahlencodes oder Buchstabenkombinationen zu verwenden. So fühlt man sich einer verschworenen Gemeinschaft zugehörig, ist von AntifaschistInnen nicht sofort zu erkennen und wirkt nicht schon vom Aussehen her abschreckend auf die übrige Bevölkerung (Die mittlerweile bekannte Nazi-Modemarke "Thor Steinar" zum Beispiel, erfüllt genau diese Ansprüche). Doch die brutalen menschenverachtenden Inhalte und Ziele sind natürlich die gleichen geblieben, was sie auch hier in der Region wieder beweisen. Alles, was sie uns an „sozialem“ zu bieten haben, wird nur für jene gelten, die sie als zugehörig zu ihrer „Herrenrasse“ sehen. Letzten Endes bleibt uns nichts anderes übrig, als uns mit ihren Inhalten auseinanderzusetzen und schon jedes Denken, dass zum Faschismus führt, zu erkennen und zu bekämpfen. Auch in Wolfenbüttel brauchen wir diese Auseinandersetzung!

Kein Fußbreit den Faschisten! Organisieren wir die antifaschistische Selbsthilfe!

Jugend Antifa Wolfenbüttel [JAW] - Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

 
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