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Flüchtlinge im Streik
Freitag, 15. Dezember 2006

In Blankenburg bei Oldenburg begannen im Oktober über 200 der dort internierten Flüchtlinge einen vierwöchigen Streik, um gegen die menschenverachtenden Bedingungen ihrer Unterbringung zu kämpfen. Kurz nachdem der Streik in Blankenburg ausgesetzt wurde, begann im Lager Bramsche- Hesepe ein zweiwöchiger Streik von über 300 Flüchtlingen.

Informationsveranstaltung

Mittwoch - 20.12.06 - 19:30 Uhr

Guten Morgen Buchladen - Bültenweg 87 

Die beiden o.g. Lager bilden zusammen mit dem Lager hier in Braunschweig die einzigen drei sogenannten „Ausreisezentren“ in Niedersachsen. Hier wird die rassistische Politik umgesetzt, die im Jahr 2000 mit dem neuen Zuwanderungsgesetz beschlossen wurde: Flüchtlinge, die von der Wirtschaft hier nicht gebraucht werden, sollen möglichst nur noch in Lagern leben und nicht mehr in dezentralen Wohnheimen untergebracht werden. Eine Integration in die Gesellschaft ist nicht vorgesehen. Vielmehr haben die „Ausreisezentren“ das erklärte Ziel, Flüchtlinge zu isolieren und ihnen das Leben in Deutschland so schwer wie möglich zu machen, um sie so zu einer „freiwilligen“ Ausreise zu zwingen. Die Lebensbedingungen im Lager sind an dieser Politik ausgerichtet. Beengter Wohnraum, krankmachendes Essen, miserable medizinische Versorgung und viele andere menschenverachtende Maßnahmen sind die Normalität.

Gegen diese Lagerbedingungen und die zentrale Unterbringung in Lagern überhaupt richteten sich der Streik und die anderen Aktionen der Flüchtlinge und ihrer UnterstützerInnen. Nachdem die Lagerleitung und das Niedersächsische Innenministerium durch die Aktionen massiv unter Druck gerieten, sah man sich offenbar genötigt, Zugeständnisse zu machen.

In der Veranstaltung werden ReferentInnen des Antirassistischen Plenums Oldenburg einen Überblick über die Situation der Flüchtlinge im Abschiebelager und die jüngsten Entwicklungen des Widerstandes geben.
 
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