|
Film: 30 Jahre "Deutscher Herbst" |
|
Freitag, 12. Oktober 2007 |
|
Derzeit bringt jeder Blick in die Medien eine weitere Geschichte zur Roten Armee Fraktion (RAF). Die Entführung des Nazi-Kriegsverbechers und Arbeitgeberpräsidenten Hans-Martin Schleyer, die Stürmung der durch ein palästinensisches Kommando entführten Lufthansa-Maschine Landshut und schließlich der Tod der RAF-Gefangenen in Stuttgart-Stammheim stehen im Mittelpunkt der meist reißerisch aufgemachten Dokumentationen. 30 Jahre nach dem so genannten Deutschen Herbst wird abgerechnet. Nicht allein mit der RAF, sondern mit revolutionärer Politik im allgemeinen. Die Aktionen der Stadtguerilla in den 1970er und 1980er Jahren werden exemplarisch für gescheiterte Umsturzversuche genommen und entweder nahtlos in den heutigen Terrorismus-Exkurs eingefügt oder die Mitglieder als durchgedrehte Einzeltätern abgestempelt. Für die polizeistaatlichen Reaktionen des Staates und die Stimmung der damaligen Zeit, ist nur selten Platz.
Weit weg von Glorifizierung der RAF-Aktionen wollen wir mit dem Film einen Eindruck vermitteln, in welcher Lage sich die radikale Linke und die Gesellschaft damals befanden und wodurch das Konzept Stadtguerilla hervorgebracht wurde.
Freitags 20 Uhr im Antifaschistischen Café
26. Oktober 2007
Film: PROJEKT ARTHUR · D 2000 · Medienwerkstatt Freiburg · 72 min.
02. November 2007
ESSEN und DESSERT (2 Euro)
Ende der 60er Jahre; die Nachkriegsgeneration war angetreten, sich von dem Nazi-Erbe zu befreien, ein Schatten von Revolution liegt über dem Land. Doch es ist der Schatten der Revolution einer anderen - der hungernden, ausgeplünderten und von Bomben zerfetzten Dritten Welt. Und wenn es ein Wort gibt, das alle Diskussionen in dieser Zeit in sich vereint, so ist dies „Vietnam“.
Alles politische Handeln hier steht und fällt jetzt im Kontext der internationalen revolutionären Bewegungen. Dann der Tod von Benno Ohnesorg; der Staat hatte gezeigt, zu welchen Mitteln er greift, wenn eine Bewegung auf ihr Recht, das Recht auf Widerstand pocht. „... bisher haben wir da die richtige Antwort nicht gefunden, wir dürfen aber von vornherein nicht auf eigene Gewalt verzichten, denn das würde nur ein Freibrief für die organisierte Gewalt des Systems bedeuten.“ (Rudi Dutschke, Filmzitat)
In Gesprächen mit Zeugen dieser Zeit zieht der Film einen Bogen über die Auseinandersetzungen in der Frage der Mittel zur Durchsetzung der politischen Ziele, der Frage von Gewalt und Gegengewalt - ein Fragment dieser Zeit, für die Diskussion von heute.
|