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Unter dem Motto „Den Nazi-Aufmarsch stoppen“ entstand dieser Text als
Aufruf gegen den NPD-Aufmarsch am 18. Juni 2005 in Braunschweig.
| Auf dem rechten Auge blind? |
| Friday, 8. August 2008 | |
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Offener Brief an das Fanprojekt Braunschweig
Liebe Verantwortliche des Fanprojektes,
mit Verwunderung haben wir eurer Internetseite entnommen, dass am 28. Juni 2008 bei dem von euch organisierten „2. Hacky-Meier-Gedächtnisturnier“ die Fangruppierung „Fette Schweine / Hungerhaken“ teilnehmen konnten und nun auf eurer Seite mit Photos als Turniersieger präsentiert werden. Die „Fetten Schweine / Hungerhaken“ sind, und das müsste euch als intime Kenner der Braunschweiger Fußballfanszene eigentlich bekannt sein, nicht nur hooliganorientiert, sondern auch verstrickt in die extrem rechte Szene der Region ...
Die „Fettenschweine / Hungerhaken“ (FS/HH) sind nach eigenen Angaben 30 Mann stark, darunter 9 Leute mit Stadionverbot. Blütchen ist schon seit mehreren Jahren in der extrem rechten Szene aktiv und beteiligt sich immer wieder an Aufmärschen der NPD und anderen faschistischen Organisationen. So war er z.B. Teilnehmer der NPD-Aufmärsche am 29.10.2005 in Göttingen und am 18.06.2005 in Braunschweig. Mario Blütchen bewegt sich im Umfeld von NPD und neonazistischer Kameradschaftsszene. Zu seinem Umfeld gehörte u.a. Matthies Müller, einer der verantwortlichen „Hooligans“ für den Brandanschlag auf den DGB-Jugendtreff im April 2006. Auch Dennis Dick aus Wolfenbüttel, verantwortlich für die vor wenigen Tagen ins Leben gerufene Internetseite „Autonome Nationalisten Wolfenbüttel Salzgitter“ gehört zu seinem Freundeskreis. Neben Blütchen sind auch andere Mitglieder der „Fetten Schweine / Hungerhaken“ immer wieder durch extrem rechte, rassistische und antisemitische Aussprüche, durch Teilnahme an Veranstaltungen der rechten Szene und durch Angriffe gegen Linke, MigrantInnen oder andere Jugendliche aufgefallen. Im Gästebuch der Internetseite der FS/HH (www.fetteschweinebraunschweig.de.tl) finden sich immer wieder offen rassistische Einträge. Hier ein paar Beispiele: Am 21.06.2008 findet sich von „sektion wf“ folgender Eintrag: „jetzt spilen wir gg die sch..... Türken den werden wir es zeigen deutschland h... d..“ (Rechtschreibfehler übernommen). Einige Tage zuvor schreibt ein Besucher: „ Deutschland-Kroatien 1:2... das muss besser werden Jungs! Mit schlagfesten Grüßen vom Acker... Hoffentlich Viertelfinale Deutschland-Türkei...dann k ommt der Tag da machen wir sie platt...dann säubern wir unsere Heimatstadt!!“ Dominik Kues, ebenfalls mit in der Mannschaft der FS/HH beim Fanturnier (auf dem Foto untere Reihe ganz links), feiert in einem Kommentar auf einer Internetseite den Turniersieg mit den Worten: „Wir sind Fette, Asoziale. Wir machen überall Randale und unsere Farben sind schwarz-weiß-rot, wir bleiben treu bis in den Tod“. Eurer Internetseite entnehmen wir, dass das Fanprojekt eigentlich einen eindeutigen antirassistischen Standpunkt vertritt. Heißt es doch in der Selbstdarstellung:" Wir sagen, dass es Dinge gibt, die rein gar nichts mit aktiver Fan-Kultur zu tun haben. Dazu zählen Rassismus, Gewalt, Alkoholmissbrauch und der illegale Einsatz von Feuerwerkskörpern. So etwas unterstützen wir nicht - im Gegenteil: Hier liegt unsere Aufgabe eindeutig im präventiven Bereich.“
Wir fragen Euch deshalb:
· Wie verträgt sich diese Aussage mit der Teilnahme der „Fetten Schweine / Hungerhaken“ an eurem Fanturnier?
Braunschweig, den 5. August 2008
(1) zur Einschätzung der Band siehe: http://projekte.free.de/lotta/pdf/31/lotta31_kc.pdf
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